Die wichtigste Basis für den mehrstufigen Prozess der Mehrwertphasen-Strategie ist eine solide Auswahl guter Fonds.

Dabei werden ausschließlich solche Fonds einbezogen, die in ihrer Wertentwicklung nicht von einzelnen Anlageklassen abhängig sind.
Die Fondsauswahl beschränkt sich auf Konzepte, die bereits darauf ausgerichtet sind, Marktrisiken durch Einsatz unterschiedlicher Finanzinstrumente (Aktien, Anleihen, Cash, Derivate, Edelmetalle etc.) abzufedern.

Neben der Prüfung der bisherigen Leistungen des jeweiligen Fondsmanagements steht vor allem die Plausibilität der Relation von Ertrags-Chance zum Risiko des Fonds im Mittelpunkt. Von besonderer Bedeutung ist, ob der theoretische Ansatz des jeweiligen Fondskonzepts sich in unterschiedlichen Marktphasen in der Praxis nachvollziehen lässt. Vor allem aber muss untersucht werden, dass das jeweilige Fondskonzept angesichts der gravierend geänderten Marktverhältnisse (Stichwort: Nullzinsphase) auch zukunftstauglich erscheint. Schließlich nützt es nichts, Fonds nur anhand der bislang erfreulichen Ergebnisse auszuwählen, um dann nach Investition festzustellen, dass die tollen Ergebnisse nur den Anlegern zugutekamen, die viel früher investiert hatten.

Die sorgfältige Auswahl des für den „MBUI“ ausgewählten Fondsuniversums schützt natürlich nicht vor Enttäuschungen. Verschiedenste Gründe können den Ausschlag dafür geben, das ein oder gar mehrere Fonds sich gleichzeitig entgegen der Erwartungen entwickeln.  Aber nicht jede abweichende Entwicklung ist automatisch eine Enttäuschung. Bestimmte Fondskonzepte offenbaren ihre Stärken, aber auch ihre Schwächen, in unterschiedlichen Marktphasen. Schaut man sich die Vergangenheitsentwicklungen  unterschiedlicher Fonds genauer an, so erkennt man bestimmte Muster.

Stark vereinfacht kann man das vorselektierte Fondsuniversum in drei verschiedene Gruppen einteilen:

1)    Da gibt es Fonds, die sich überwiegend jeweils in die Richtung bewegen, die durch die Marktentwicklung (wesentlich ein Mix aus Aktien und Anleihen) vorgegeben ist. Aufgrund des vermögensverwaltenden Charakters dieser Fonds sollten diese Fonds einer Faustformel zufolge rd. 2/3 an den Marktentwicklungen nach oben partizipieren, jedoch nur 1/3 des Abwärtstrends mitmachen.
2)    Dann gibt es Fonds, die sich idealerweise in Krisenzeiten gegen die Marktentwicklungen stemmen und damit das Anlageportfolio stabilisieren. Im Gegenzug verhalten sie sich bei aufstrebenden Aktien- und/oder Anleihemärkten eher unauffällig oder entwickeln sich sogar gegen den allgemeinen Trend zeitweise negativ. Über komplette Marktzyklen hinweg ist die Relation ihrer Wertentwicklung zum eingegangenen Risiko jedoch stimmig.
3)    Zudem gibt es Fonds, die sich überwiegend völlig unabhängig von der Verfassung der Aktien- und Anleihenmärkte entwickeln. Auch diese Fonds können in Krisenzeiten der Aktien- und Anleihenmärkte einen Stabilisierungsbeitrag liefern, um Verluste zu minimieren.

Der „MBUI“ atmet mit seiner angestrebten Chance/Risiko Struktur mit den Märkten. Je nach Entwicklung der etablierten Aktien- und Anleihenmärkte kommt es also zu Schwankungen des MBUI-Anteilspreises, welche sich jedoch im Vergleich zu den Marktentwicklungen in erträglichen Bandbreiten bewegen sollten.

Die Phasenkorrelation ist der Schlüssel zum Erfolg

Längst nicht alle vorselektierten Fonds kommen dann auch tatsächlich zum Einsatz. Nur jeder sechste der vorselektierten Fonds schafft es tatsächlich im Portfolio des „MBUI“ zum Einsatz zu kommen. Bei der definitiven Auswahl kommt es nicht drauf an, die Fonds herauszufiltern, die bislang die beste Wertentwicklung vorzuweisen haben. Vielmehr wird Wert darauf gelegt, die Fonds miteinander zu kombinieren, die im Sinne der Zielsetzung des „MBUI“ am besten miteinander harmonieren.

Für die Auswahl der MBUI-Zielfonds werden deshalb die Verlust-, Aufhol- und Mehrwertphasen der verschiedenen Fonds miteinander abgeglichen. Als Mehrwertphase ist dabei ein Zeitabschnitt definiert, in dem der Fonds spätestens innerhalb 90 Kalendertagen einen neuen Höchststand erreicht hat. Ist dies nicht der Fall, beginnt mit dem Tag nach dem letzten Höchststand eine Verlustphase, die mit dem größten Rückgang in dieser Phase („Drawdown“) endet. Die entstanden Verluste müssen nun erst wieder aufgeholt werden, ehe eine neuerliche Mehrwertphase beginnt.

Um die angestrebte (temporäre) Verlustbegrenzung des „MBUI“ auf maximal 10% zu gewährleisten, kommen herkömmliche Sicherungsinstrumente aktuell nicht in Frage. In Zeiten höherer Zinsen konnte man noch mit verschiedenen Modellen das Risiko sogar bis hin zu einer garantierten Verlustobergrenze skalieren. Bei den aktuellen Niedrig- oder gar Negativ-Zinsen kommen derartige Mittel zurzeit nicht in Frage. Alternativ werden für den „MBUI“ die Zielfonds mit der Bedingung ausgesucht, dass die Summe aller dem jeweiligen Anteil am „MBUI“ entsprechenden bisherigen Maximalverluste der Zielfonds insgesamt 10% nicht übersteigen dürfen. Natürlich kann jeder einzelne Fonds künftig in einer Krisenphase einen höheren als den bisherigen Maximalverlust erleiden. Aufgrund der Verteilung vergangener Drawdowns dieser Fonds kann aber auch zukünftig mit hoher Wahrscheinlichkeit damit gerechnet werden, dass nicht alle Zielfonds gelichzeitig einen neuen Maximum Drawdown erleiden werden.

Zudem erfolgt ein tägliches Monitoring des eigens entwickelten  Drawdown-Risiko-Indikators („DRI“). Sollte sich dieser aufgrund steigender  Verlusthöhen einzelner Fonds der 10% Marke nähern, können (bspw. durch Erhöhung des Anteils defensiverer Zielfonds) Maßnahmen zur Risikoreduktion getroffen werden.

Ein weiteres Kriterium ist für den mehrschichtigen Optimierungsprozess von Bedeutung: Die bisherige durchschnittliche jährliche Wertentwicklung eines Zielfonds muss in Summe mindestens die Hälfte des  bisherigen Maximalverlustes ausmachen. Tatsächlich wird natürlich auch bei dieser Kennzahl mit einer ordentlichen Sicherheitsmarge gearbeitet. Untersucht wird diese Kennzahl auf unterschiedlichen Zeitebenen, um den unterschiedlichen Zeitpunkten der Fondsauflage der Zielfonds Rechnung zu tragen.

Der Mehrwertphasen Balance UI (kurz „MBUI“) versteht sich als Basis-Investment, welches durch Beifügung defensiverer oder dynamischerer Finanzinstrumente der Risikotragfähigkeit eines jeden Anleger gut angepasst werden kann.